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Reisebericht Kuba – Tag 3: Fahrt nach Pinar del Río
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Tag 3 und mein Geburtstag. Bereits vor Sonnenaufgang waren wir wach um uns dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen. Den Horizont vor Augen geht die Sonnen nämlich morgens – schwups – auf und abends auch – schwups – wieder unter.
Nichts wir ran an die Cams und vor dem offenen Fenster postiert um die wenigen Minuten zu nutzen. Nach einem wieder sehr kubanischen Frühstück, diesmal konnten wir uns wenigstens beim Brot selbst bedienen, brachen wir nach dem Check-Out auf um Havanna zu verlassen.Im Spirallo Reiseführer war eine Tour durch den Westen beschrieben und bebildert der wir, so hatten wir vorher beschlossen, grob folgen wollten. Tagesendziel sollte Pinar del Río sein. Einige Kilometer folgten wir der Autobahn - nun gut, das ist nichts anderes als eine 2-3 spurige Straße auf der sich so ziemlich alles tummelt was mehr als 2 Beine hat. Also von den Kälbern im Straßengraben angefangen über Hühner mit Küken am Straßenrand, diversen Pferdekarren, Kubanern auf mehr oder weniger motorisierten Zweirädern, sowie Auto und Busse. Leitplanken gibt es nicht wirklich und selbst zwischen der rechten und linken Fahrbahn gibt es nur einen Grünstreifen auf dem alle 10 Meter ein blühender Busch steht. Also nur eine Frage der Zeit dachte ich mir, bis ich den Ersten hier umdrehen sehe. Und lange sollte es wirklich nicht dauern. Auch ist es in Kuba anscheinend nicht unbedingt normal nur richtige Abfahrten von der Autobahn zu haben. Da zweigen rechts und links Feldwege und kleiner Straßen ab und ehe man sich versieht ähnelt es mehr einer Kreuzung und es kommt ein Fahrzeug von links der Autobahn auf deine Spur gefahren. Bei den “richtigen” Abfahrten muss man immer langsamer fahren, da sehr viele Leute auf und neben der Fahrbahn stehen und dort eine Weiterfahrgelegenheit in irgendeine Richtungen suchen.
Wir bogen Richtung Soroa ab und folgten der Straße in Richtung Küste durch eine malerische Berggegend. Vorbei an Bahía Honda und diversen anderen kleinen Dörfern begegnete uns fast keine Menschenseele, dafür sahen wir um so mehr Tiere am Rand des Wegs stehen. Teils liefen sie frei umher teils waren sie irgendwo angebunden. Naja, irgendwem werden sie schon gehören…. Nachdem wir uns gegen Nachmittag fast verfahren hätten – die Straßen in dem einen Dorf sahen alle nicht mehr so aus, als würden sie wohin führen, fragten wir schließlich nach dem Weg nach Vinales und promt wurde uns auch geholfen. Aus der Ortschaft wieder raus und dann links. Ja, Feldweg links, Straße links, was nun – hier weiß man manchmal echt nicht ob man richtig ist, da aus dem verlassensten Weg eine Straße und umgekehrt werden kann. Nach ein paar Metern sah es aber doch ganz gut aus und somit setzten wir unseren Weg fort bis zur nächsten Straßengabelung. Natürlich kein Wegweiser weit und breit um zu wissen ob man links oder rechts fahren muss. Letztendlich war unsere Entscheidung richtig und schlussendlich kamen wir spätnachmittags in Pinar del Río an. Nach einer kleinen Erkundungstour durch die Stadt wo welches Hotel liegt – bzw welches ist das erste unserer Liste das wir entdecken, dachten wir uns auf den Weg etwas Essbares zu finden. Auch hier verließen wir uns auf einen Tip aus dem Reiseführer. Ca. 1 km außerhalb der Stadt in die Richtung aus der wir gekommen waren, lag Das Restaurant Rumayor Cabaret. Tagsüber wirkte alles sehr verlassen, allerdings ist ab 21 Uhr gegen Eintritt Cabaret geboten. Nach einigen Metern in der Stille begegnete uns eine leider nur spansich sprechende Bedienung, doch nach ein paar Worten – mehr mit Händen und Füßen – nahmen wir an einem Tisch Platz, bestellten Cerveza und bekamen die übliche Speisekarte. 5 verschiedene Gerichte zur Auswahl – Huhn, Rind, Schwein, Fisch mit Reis oder Pommes. Wir wählten und als wir bestellen wollten, wurde uns gesagt, dass es nur 2 Gerichte gibt. Nun ja, so ist das in Kuba, aber was kann man an Fleisch mit Beilage schon falsch machen. Lecker war es, auch wenn ich gerne das geräuchte Brathähnchen, das eine Spezialität sein soll, probiert hätte.
Das Pinar del Río, ein altes Hotel sollte unser heutiges Dach über dem Kopf werden. Ich ließ meinen Schatz im Auto sitzen um an der Rezeption nachzufragen ob noch ein Zimmer frei wäre. Alles ging klar und als die freundliche Dame unsere Daten aus den Reisepässen aufgenommen hatte, gratulierte sie mir sogar auf deutsch zum Geburtstag. Mit dem Zimmerschlüssel bewaffnet und der Info, dass wir unseren Mietwagen bei der dazugehörigen Autovermietung (die war bewacht) hinstellen konnten, ging ich wieder zum Auto. Dort unterhielt sich mein Freund schon mit einem jungen Mann der uns unbedingt eine Tour “privat” auf einer Tabakplantage anbieten wollte. Für alle geführten Touren waren wir nämlich schon zu spät dran. Da ich allerdings erst das Gepäck ins Zimmer bringen wollte, was natürlich wieder durch einen Kofferboy erledigt wurde, sagten wir nicht zu. Nach ein paar Minuten Zimmererkundung wollte ich allerdings nicht meinen Geburtstag in einem einfachen Hotelzimmer verbringen und somit beschlossen wir, uns nochmal auf den Weg zu machen und die Stadt zu erkunden.
Wir waren keine 500m mit dem Auto unterwegs als es hinter uns wie wild klingelte und uns jemand mit halsbrecherischem Tempo auf einem Rad verfolgte. Der junge Mann von vorhin. In gebrochenem Englisch und keine Ahnung wieviel weiteren Sprachen ließen wir uns dann doch auf sein Angebot ein, eine private Tour mitzumachen. Er stellte 2 Straßen weiter sein Rad ab, setzte sich zu uns ins Auto und lotste uns einige Kilometer aus der Stadt heraus. Dann bogen wir ab und nach wenigen Kilometern über Feldwege gelangten wir zu einer kleinen Tabakplantage. Hühner, Schweine und ein Pferd standen herum, sowie die Leute die dort wohnten. Er erklärte ihnen und uns, dass wir noch ein paar Minuten warten müssten, sein Bekannter, der besser englisch spreche, käme gleich. Nach einem Blick in die Scheune, wo Tabak bereits trocknete und einem Foto, dass er von uns beiden machte, kam tatsächlich der Bekannte und legte in feinstem Schulenglisch und mit einem Buch bewaffnet los uns in die Entstehung von Tabak, der Pflanze bis hin zur fertigen Zigarre einzuweihen. Natürlich sprach er auch die Missstände der “Bauern” gegenüber dem Staat an und zu guter Letzt durften wir hautnah miterleben, mit welcher Perfektion und Präzision einer der Männer direkt vor unseren Augen eine Zigarre drehte. Wahnsinn.

Der macht das wahrscheinlich jeden Tag, da jeder Handgriff saß und am Ende auch die geforderte Dicke und Länge erreicht wurde. Uns wurden noch Zigarren zum Special-Preis angeboten – je mehr, desto billiger das Stück – wir waren skeptisch und sagten nicht sofort zu. Danach ging alles irgendwie sehr schnell. Der Führer wurde per Handy angerufen, verabschiedete sich zügig und ließ uns mit unserem Wegweiser allein. Mit diesem fuhren wir in die Stadt zurück und wurden uns vor unserem Hotel doch noch handelseinig. Was solls. Tabakkenner sind wir beide nicht und vielleicht haben wir den Leuten noch etwas Gutes getan, wenn sie an uns mehr verdienen als am Staat und wir haben Geld gespart.
Allerdings sollte der Kauf nicht vor dem Hotel über die Bühne gehen, sondern in einer dunklen Seitenstraße. Sehr ominös das ganze, aber ein bisschen Abenteuer war uns der Spaß schon wert. Nach der Geldübergabe verabschiedeten wir uns und fuhren zurück ins Hotel um den Abend ausklingen zu lassen.Reisebericht Kuba – Tag 1: Anreise
Reisebericht Kuba – Tag 2: Havanna
Reisebericht Kuba – Tag 3: Fahrt nach Pinar del Río
Reisebericht Kuba – Tag 4: Soroa (Orchideen, Fahrt nach Cienfuegos)
Reisebericht Kuba – Tag 5: Cienfuegos – Stauseetour 3 nach Trinidad
Reisebericht Kuba – Tag 6: Trinidad – Zentral nach Ostkuba (Bayamo)
Reisebericht Kuba – Tag 7: Ostküstentour (Bayamo-Santiago de Cuba)
Reisebericht Kuba – Tag 8: Santiago de Cuba – Holguin – Flug nach Havanna
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